Informationen für Spender

Die Transplantation von Blutstammzellen kann Leben retten!

  1. Was sind Blutstammzellen und wozu braucht man sie?
  2. Wer kann Blutstammzellen spenden?
  3. Wie wird man Blutstammzellspender?
  4. Wie geht es nach der Aufnahme als Blutstammzellspender weiter?
  5. Der zweite Schritt - die Bestätigungstestung
  6. Was geschieht bei der Spendervoruntersuchung?
  7. Durchführung der Blutstammzellspende
  8. Die Knochenmarkentnahme
  9. Die Spende peripherer Blutstammzellen
  10. Wie läuft die Transplantation beim Patienten ab?
  11. Bekommt man für eine Blutstammzellspende Geld?
  12. Wie ist der Spender versichert?

 

Was sind Blutstammzellen und wozu braucht man sie? nach oben

Die im menschlichen Blut vorhandenen Zellen und Zellbestandteile, die für den Sauerstofftransport, die Infektabwehr und die Blutstillung verantwortlich sind, werden von Vorläuferzellen, den Blutstammzellen, gebildet. Diese befinden sich beim gesunden Menschen im Knochenmark.

Erkrankungen des blutbildenden Systems, vor allem Leukämien, führen unbehandelt fast immer zum Tod. In Deutschland erkranken jährlich ca. 9000 Menschen an Leukämie. Meist besteht die einzige Chance auf Heilung in der Transplantation von Blutstammzellen eines gesunden Spenders, dessen Gewebemerkmale mit denen des Patienten verträglich sind. Nur in 35% der Fälle kann man im Familienkreis einen geeigneten Spender finden. Für alle anderen Patienten muss ein unverwandter Spender gesucht werden. Durch die Vernetzung der Spenderzentralen auf der ganzen Welt kann heute für ca. 75-80% der Betroffenen ein geeigneter Spender gefunden werden. Je mehr Spender für die Suche zur Verfügung stehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einen passenden Blutstammzellspender zu finden.


Wer kann Blutstammzellen spenden? nach oben

Alle gesunden Personen, die mindestens 18 Jahre und noch nicht 46 Jahre alt sind, können sich als Blutstammzellspender aufnehmen lassen. Es gelten nahezu dieselben Ausschlußkriterien wie für die Blutspende. So darf der Spender nicht an Erkrankungen von Herz und Kreislauf (z.B. Bluthochdruck), Lunge oder anderen Organen leiden. Er sollte nicht an Stoffwechselstörungen oder Erkrankungen des Nervensystems leiden. Ebensowenig darf ein Blutstammzellspender bösartige Tumore haben oder gehabt haben. Bei bestimmten chronischen Infektionen ist eine Spende nicht möglich, bei anderen ist die Spende nach Ausheilung wieder möglich. Die Mitarbeiter der Stiftung AKB geben Ihnen im Zweifelsfall gerne Auskunft.

Wie wird man Blutstammzellspender? nach oben

Möglichkeiten der Registrierung









Wie geht es nach der Aufnahme als Blutstammzellspender weiter? nach oben

Mit der Abgabe Ihrer Einverständniserklärung und Ihrer Probe für die Bestimmung der Gewebemerkmale sind Sie für die weltweite Spendersuche registriert. Ihre Daten verbleiben so lange in der Datei, bis Sie das 60. Lebensjahr vollendet haben oder bis Sie Ihr Einverständnis widerrufen. Eine erneute Aufnahme auf einer anderen Aktion oder bei einer anderen Spenderdatei ist nicht notwendig und würde unnötige Kosten verursachen. Die für die Suche notwendigen Daten (Gewebemerkmale und Spendernummer) aller in Deutschland registrierten Spender werden in anonymisierter Form dem Zentralen Knochenmarkspenderregister in Ulm (ZKRD) gemeldet. Ihre persönlichen Daten verbleiben ausschließlich bei uns und werden nicht an Dritte weitergegeben.

Der zweite Schritt - die Bestätigungstestung nach oben

Sollten die Gewebemerkmale eines Patienten mit den bei Ihnen bereits ermittelten Gewebemerkmalen übereinstimmen, so bitten uns die behandelnden Ärzte, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Nach einer ausführlichen Befragung über Ihren Gesundheitszustand werden wir Sie bitten, eine Blutprobe bei Ihrem Hausarzt abzugeben. Diese dient zur Absicherung des ersten Ergebnisses Ihrer Gewebetypisierung und für weitere Untersuchungen. Vom Ergebnis dieser Testungen hängt es ab, ob das Transplantationszentrum Sie als Spender anfordert. Sollte dies der Fall sein, werden wir mit Ihnen einen Termin für eine Spendervoruntersuchung vereinbaren.

Was geschieht bei der Spendervoruntersuchung? nach oben

Die Spendervoruntersuchung dient dazu, abzuklären, ob für Sie durch die Spende ein erhöhtes Risiko besteht und ob bei Ihnen eine Erkrankung vorliegt, die auf den Patienten übertragen werden könnte. Am Tag der Voruntersuchung werden Sie über Ihre Krankengeschichte befragt und gründlich untersucht. Außerdem wird eine Blutentnahme durchgeführt und ein EKG, eine Sonographie sowie eine Röntgenaufnahme veranlasst. Anschließend werden Sie von einem Arzt ausführlich über den Ablauf und eventuelle Nebenwirkungen der Spende aufgeklärt. Sind alle Ergebnisse der Voruntersuchungen unauffällig, wird den behandelnden Ärzten "grünes Licht" für die Transplantation gegeben.

Durchführung der Blutstammzellspende nach oben

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten Blutstammzellen zu gewinnen, die Entnahme aus dem Knochenmark und die Spende peripherer Blutstammzellen.

Die Knochenmarkentnahme nach oben

Der Spender wird am Nachmittag vor der Entnahme in die Klinik aufgenommen. Die Entnahme erfolgt unter Vollnarkose durch mehrere Einstiche direkt in den Beckenkamm. Dabei werden bis zu 1000 ml Knochenmark, vermischt mit Blut, entnommen. Im Normalfall kann der Spender am Tag nach der Entnahme wieder nach Hause gehen.

Risiken und Nebenwirkungen:
Hier muss zunächst eine Klarstellung vorgenommen werden: Es wird Knochenmark und nicht Rückenmark entnommen. Neben dem allgemeinen Narkoserisiko ist das Risiko einer Wundinfektion nach der Entnahme zu nennen. Beide Risiken sind ausgesprochen niedrig und werden durch die strenge Voruntersuchung und entsprechende Nachsorge minimiert. Nach der Entnahme treten Schmerzen im Bereich der Gesäßmuskulatur auf, die einem Muskelkater ähnlich sind. Außerdem können blaue Flecken (Hämatome) im Bereich der Einstichstellen auftreten. Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Tage, so dass es durch die Entnahme zu keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung kommt.

Die Spende peripherer Blutstammzellen nach oben

Hierbei gewinnt man die zur Transplantation benötigten Blutstammzellen nicht direkt aus dem Knochenmark, sondern mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus dem Blut des Spenders. Der Spender erhält hierzu über vier Tage ein Medikament, durch das die Blutstammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf übertreten (Mobilisation) und dort mit Hilfe eines Zellseparators gesammelt werden können. Für diese Art der Spende ist kein stationärer Aufenthalt und keine Narkose notwendig.

Risiken und Nebenwirkungen:
Typische Nebenwirkungen des Medikaments zur Mobilisation sind vor allem Knochen- und Gliederschmerzen, ähnlich wie bei einer Grippe. Diese Symptome klingen nach der Spende rasch ab. In seltenen Fällen können bei der Gewinnung der Stammzellen aus dem Blut allergische Reaktionen hervorgerufen werden.

Wie läuft die Transplantation beim Patienten ab? nach oben

Etwa 7-14 Tage vor der Transplantation beginnt die Vorbehandlung (Konditionierung) des Patienten mit Bestrahlung und Chemotherapie, um das erkrankte Knochenmark zu zerstören. Die Blutstammzellen des Spenders werden sofort nach der Entnahme von einem Kurier zu der Klinik des Patienten gebracht und wie eine normale Blutkonserve verabreicht. Die Blutstammzellen siedeln sich nun in den Knochenhohlräumen an. Nach einem Zeitraum von einer bis mehreren Wochen nach Transplantation sollten die neuen gesunden Blutzellen im Blut des Patienten nachweisbar sein. Nach der Transplantation bleibt die Anonymität zwischen Spender und Patient für mindestens ein Jahr gewahrt, bevor sie auf gegenseitigen Wunsch Kontakt aufnehmen können.

Weitere Informationen zu Leukämien finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.

Bekommt man für eine Blutstammzellspende Geld? nach oben

Nein. Die Spende ist entsprechend den geltenden Richtlinien unentgeltlich. Selbstverständlich werden Ihnen alle Kosten und Aufwendungen ersetzt.

Wie ist der Spender versichert? nach oben

Für jeden Blutstammzellspender wird eine Unfall- und Lebensversicherung abgeschlossen. Der Versicherungsschutz gilt auch für alle mit der Voruntersuchung und der Spende verbundenen Fahrten und Wege. Zusätzlich ist jeder Spender automatisch bei der zuständigen Gemeindeunfallversicherung versichert.